Europameisterschaft - Riesen-Blamage für Handball-Frauen
24. Dezember 2010Eine blamable Aktion reihte sich an die n?chste. Immerhin drehte Rekordnationalspielerin Grit Jurack zum Ende etwas auf und übernahm Verantwortung. Doch der Medaillen-Traum der Deutschen verpuffte mit dem Schlusspfiff.
Die DHB-Frauen erzielten zwar den ersten Treffer des Spiels (2.), doch danach erarbeiteten sich die Ukrainerinnen Feldvorteile. Sie agierten bissiger und druckvoller. Deutschland blieb vor allem im Rückraum vieles schuldig - wie schon in den ersten Vorrundenduellen gegen Schweden (25:27) und die Niederlande (30:27). Das vorl?ufige Resultat einer ernüchternden Leistung war eine verdiente Sechs-Tore- Führung der Ukraine zum Stand von 13:7 (27.). Bis zur Pause konnten die Osmann-Schützlinge nur noch bis auf 10:15 verkürzen.
Mietzner: “Mir wird schlecht”
Deutschlands Handball-Frauen sind bei den Europameisterschaften in Norwegen und D?nemark überraschend bereits in der Vorrunde gescheitert. Der WM-Siebte unterlag in seiner dritten und letzten Partie in der Vorrundengruppe C gegen die Ukraine im norwegischen Larvik deutlich mit 23:33 (10:15).Peinlicher Abgesang: Die deutschen Handball-Frauen verpassen erstmals seit 1994 die EM-Hauptrunde. Gegen die Ukraine zeigt sich der WM-Siebte saft- und kraftlos.
Ukraine gibt den Ton an
“Ich kann es nicht fassen, was hier passiert ist. Ich stehe unter Schock”, sagte Bundestrainer Osmann. “Ich kann mir das nicht erkl?ren.” Erstmals in der EM-Geschichte seit 1994 verpassten die deutschen Frauen den Einzug in die Hauptrunde der zw?lf Besten. Anja Althaus zeigte sich fassungslos. “Mir wird schlecht, wenn ich daran denke, was wir aus der Hand gegeben haben”, meinte sie. “Wir haben uns bis auf die Knochen blamiert”, bilanzierte Franziska Mietzner.
Verkrampft, beh?big, nachl?ssig: Auch nach dem Seitenwechsel fand die DHB-Auswahl nicht richtig ins Spiel. Die Ukraine gab den Ton an und ging sogar mit 20:11 (35.) in Front. Bei den Deutschen krankte es an allen Ecken und Enden.
“Wir werden diesen Gegner nicht untersch?tzen und wollen uns Selbstbewusstsein holen”, hatte Rechtsau?en Sabrina Richter vor der Ukraine-Partie noch angekündigt. Von Enthusiasmus und Konzentration war bei den Deutschen zu Beginn aber kaum etwas zu sehen. Sie vergaben viele leichte Torchancen; nur eine Klasseleistung von Torfrau Katja Schülke hielt sie zun?chst auf Tuchfühlung zum Gegner.
Vor 782 Zuschauern war Grit Jurack für den entt?uschend auftretenden WM-Siebten mit sechs Toren am treffsichersten. Bei den leidenschaftlichen Ukrainerinnen stach vor allem Julia Manaharowa mit neun Treffern hervor. Zuvor hatten sich in der Vorrundengruppe C bereits Schweden als Staffelsieger und die Niederlande für die n?chste Runde qualifiziert.